Die bisherige Geschichte der Elektrik unseres Hauses

Viel Zeit habe ich bereits in die Planung der Elektrik und die Auswahl der Komponenten investiert, aber so langsam nimmt es tatsächlich Gestalt an. Manche werden sagen, dass es doch ein wenig spät ist, wenn man währenddessen schon die Verkabelung durchführt, aber bisher habe ich uns noch keinen Weg verbaut :).

Der erste Gedanke an Hausautomation und wie er wieder verworfen wurde und sich doch wieder manifestierte…

Ganz am Anfang der Hausplanung spielte ich schon mit dem Gedanken eine Hausaumation einzubauen. Diesen Gedanken hatte ich aber aufgrund der Zusatz-Kosten, die z.B. für KNX gerne mit 20.000€ und höher aufgerufen werden, erstmal verworfen.

Mit der Feinplanung der Leerdosen habe ich aber schnell festgestellt, dass mir die schnell entstehenden Schalterbatterien nicht wirklich gefallen:

Schalterbatterie neben BalkontüreDiese entstand einfach durch die Notwendigkeit 4 Jalousien, 2 Leuchten, Balkonleuchte und eine Außensteckdose hier steuern zu müssen.

Und an diesem Punkt begann ich mir Lösungen zu überlegen, die eventuell noch mehr Vorteile bringen und das Thema Hausautomation begann wieder Fahrt aufzunehmen.

Loxone – die Lösung?

Die erste auch preislich in Frage kommende Lösung stellte Loxone dar. Es handelt sich dabei um eine SPS mit einer sehr einfach zu bedienenden Oberfläche, die mit normalen Schalterkomponenten auskommt. Alles stromführende muss wie bei KNX in den Verteiler geführt werden. Aber im Gegensatz zu KNX benötigt Loxone keine speziellen Taster, sondern kann mit konventiellen Tastern (keine Schalter!) gesteuert werden. Hierzu werden z.B. CAT7-Kabel an die Tasterstellen geführt und dort verdrahtet. Eine Ader wird mit einer 24V-Spannung gespeist und pro Taster wird eine weitere Ader an des ausgehende Ende des Tasters angeschlossen. Wird der Taster gedrückt, wird der 24V-Stromkreis geschlossen und das Signal landet in der SPS. Somit können pro CAT7-Kabel z.B. 7 Taster angeschlossen werden, eine Ader wird für die 24V-Zuleitung benötigt. Führt man zwei CAT7-Kabel an eine Stelle, können dann auch 15 Taster angeschlossen werden.

Loxone bietet darüber hinaus viele weitere Extensions für LED-Leisten-Steuerung, EnOcean-Einbindung, usw. usf. an. Und darüberhinaus bietet der MiniServer auch ein KNX-Gateway an mit dem der Bus eingebunden werden kann und somit auch KNX-Aktoren und -Sensoren verwendet werden können.

Das löste natürlich mein “Schalterbatterien”-Problem noch nicht, da ich weiterhin konventielle Taster verwenden würde. Aber gerade die KNX-Schnittstelle könnte die Lösung sein. Also plante ich ein paar KNX-Taster einzubinden und habe mir auch gleich mal einen dafür besorgt: Den Jung LS5094TSM. Das Teil hat mich schon ziemlich begeistert, da es auch verschiedene steuerbare LEDs und auch einen Temperatursensor enthielt. Aber dafür kostet das Ding auch über 160€!

In Summe war ich für unsere 180m² Wohnfläche aber auch mit dieser Lösung bei etwa 5000€ Materialkosten zusätzlich zur Elektroinstallation, das war noch verkraftbar.

Doch mehr KNX als geplant?

Trotzdem, im Flur und im Wohnbereich wollte ich KNX-Komponenten haben, schon allein aufgrund der vielfältigeren Möglichkeiten, denn so Anforderungen wie:

  • LEDs im Schalter
  • Umstellung auf Bewegungsmelder
  • Integrierte Sensoren jeglicher Art

sind mit Loxone dann nur mit zusätzlichen Adern machbar und ich merkte sehr schnell, dass genau diese ein rares Gut sind. Und wenn man dann auf einmal 3 CAT7-Kabel für eine einzige Tasterstelle verlegen muss, wird es unübersichtlich.

So fing ich an, mehr und mehr mit Loxone und KNX zu experimentieren und dann fing auch schon die Elektroinstallation im Rohbau an. Und je mehr Erfahrungen ich machte und je mehr ich rechnete, desto mehr Taster stellte ich in meiner Planung auf KNX um. Denn was man natürlich auch berücksichtigen muss: Je mehr Relais-Anschlüsse oder Tasteranschlüsse man braucht, desto mehr Extensions braucht man. Und selbige sind auch nicht ganz billig.

Die Rechnung bitte

Ich plante mal grob meine Taster und kam auf die stolze Zahl von 75 für das ganze Haus. der MiniServer bietet bereits 8-12 (12 mit den analogen Eingängen) zu einem Preis von knapp 500€ inklusive 8 5A-Relais, die man z.B. für Licht verwenden kann. Eine Extension bietet 12-16 Eingänge und 8 5A-Ausgänge. Dann gibt es noch eine Relay-Extension mit 14 16A-Ausgängen z.B. für Steckdosen.

Wenn ich jetzt alles zusammen rechne mit 75 Taststellen, 27 Leuchtstellen und 12 schaltbaren Steckdosen würde ich

  • 1x MiniServer für 494€,
  • 4x Extensions für 394€ und
  • 1x Relay Extension für 470€

benötigen und wäre damit schon mal 2.500€ los, ohne Schalter zu haben. Mit KNX fällt die Rechnung am Ende kaum höher aus, wenn man sich ein wenig umschaut. Die genaue Liste werde ich veröffentlichen, sobald ich alles zusammen habe.

Zusätzlich bleibt bei Loxone natürlich der Nachteil, dass wenn der Server ausfällt, die ganze Hausautomation am Boden liegt. KNX-Komponenten arbeiten autark, alle anderen arbeiten bei einem Ausfall weiter. Aber sie besitzen meist etwas weniger Intelligenz und sind nicht so angenehm zu konfigurieren. Und genau werde ich beide Systeme nutzen:

KNX übernimmt fast die gesamten Taster und Aktoren (Schalt- und Jalousieaktoren) im Haus und die Steuerung soweit möglich. Alles komplexe übernimmt Loxone und bietet zusätzlich noch Schnittstellen mit DMX, zu EnOcean, 1-Wire, ModBus, Apps für Smartphones und Tablets, ein Web-Interface und SMS- und E-Mail-Versand.

Mal sehen, ob ich die perfekte Symbiose gefunden habe ;).

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